zurück

Wie gesund oder schädlich ist Zucker?

22.07.2020

Algenheld

Wie gesund oder schädlich ist Zucker?

Wohl kein ein anderes Lebensmittel wird so heiß diskutiert, wie der süße Zucker. Gibt es ihn doch in unzähligen Variationen. Ob verborgen im Obst, Süßspeisen oder als billiger Lückenfüller in Wurst – kaum ein Rohstoff wird so häufig in Lebensmitteln verarbeitet und konsumiert, wie Zucker.

Woher stammt unser Zucker?

Die Hauptrohstoffquellen sind das Zuckerrohr und die Zuckerrübe.

Während die Zuckerrüber vor allem in gemäßigten Klimazonen wie Europa, Russland kultiviert wird, liebt es das Zuckerrohr vor allem warm. Daher wird diese zuckerhaltige Pflanze vor allem in Brasilien, Indien und China angebaut. In den USA werden sowohl Zuckerrohr, als auch Zuckerrüben angebaut.

Im Jahr 2018 wurden weltweit über 2,3 Milliarden Tonnen Zucker produziert.

Zuckerrohr-Plantage
 

Welche Zuckerarten gibt es? Und was ist Industriezucker?

Unter dem Oberbegriff Zucker firmieren jede Menge Zuckerarten. Experten bezeichnen ebendiese als Kohlenhydrate. Diese finden sich als Mehrfachzucker z.B. in Form von Stärke in Kartoffeln wieder. Zu den Einfachzuckern gehören die Fructose, Laktose, Glukose und Maltose.

Der Haushaltszucker, auch als Industriezucker bekannt, besteht aus je einem Teil Fructose und Glucose. In Summe bildet sich hieraus die Saccharose.

Wie in allen Bereichen des Lebens gilt: Weniger is(s)t mehr.

Bezeichnungen für Zucker

Im Lebensmittelhandel haben mittlerweile weit über 60 Varianten von Zucker bzw.  Zuckerersatzstoffe Einzug gehalten.

  • Saccharose: Haushaltszucker, welcher aus Glucose und Fructose besteht.
  • Glucose: Traubenzucker, welcher aus der Stärke von Kartoffel oder Mais gewonnen wird. Honig besteht ebenfalls zum Großteil aus Glucose.
  • Fructose: In allen Obstsorten ist dieser Zucker enthalten. Er findet sich auch in Fertigprodukten, Soßen oder Ketchup wieder.
  • Glucose-Fructosesirup: Diese Zuckerart wird grundlegend aus Weizen- und Maisstärke hergestellt. Wie der Name vermuten lässt, besteht er aus einer Mischung der einzelnen Zuckerarten. Sofern die Isoglucose als Fructose-Glucosesirup ausdeklariert wird, ist der Fructosgehalt (Fruchtzucker) höher, als der Glucosegehalt (Traubenzucker)
  • Glucosesirup: Dieser Zucker besteht ebenfalls aus Glucose und Fructose. Häufige Verwendung findet dieser Zucker als Bindemittel in Pralinen, Schokoriegeln oder Frühstücksflocken.
  • Maltodextrin: Hierbei handelt sich um eine Mischung aus Zucker aus Stärke, welche eine verdickende Wirkung in Lebensmitteln entfaltet. Sehr gern wird Maltodextrin in Wurst oder zum Strecken von Kaffee verwendet.
  • Honig: Die gesündere Alternative? Mit fast 80 Prozent Saccharosegehalt, kann Honig kaum als gesund bezeichnet werden. Dennoch stellt er eine naturnähere Option dar. Aber: dieser Zucker ist nicht für Veganer geeignet.
  • Laktose: Milchzucker findet sich in Milch und Milchprodukten wieder.

 

Fructose ist der Fruchtzucker und dementsprechend oft in Früchten wie Äpfeln, Bananen, Mangos, Kirschen etc. enthalten. Als Faustregel gilt hierbei, dass pro Tag nicht mehr als 300 Gramm Obst gegessen werden sollten. Dies entspricht, je nach Obstsorten, circa 25 bis 80 Gramm Fructose.
Die Laktose ist der bekannte Milchzucker, welchen vor allem Menschen mit Laktoseintoleranz versuchen zu vermeiden. Glucose oder auch Dextrose ist der klassische Traubenzucker. Dieser ist im Sport sehr beliebt, um die Energiespeicher der Zellen wieder aufzufüllen.

Als Zwischenfazit lässt sich festhalten, dass Zucker nicht per se als negativ betrachtet werden kann. In Maßen genossen, erfüllt der jeweilige Zucker seinen Zweck – Aufrechterhaltung der Körperfunktionen.

Fun Fact: Obwohl das Gehirn nur 2% der Körpermasse ausmacht, benötigt es 20% der aufgenommenen Energie. Eine erwachsene Frau verbrennt daher rechnerisch 300Kcal nur durch das Gehirn.

 

Eine Banane wiegt im Durchschnitt 120 Gramm und liefert 100 Kilokalorien (Kcal). Das heißt mit drei Bananen täglich wäre der Energiebedarf für das Gehirn einer erwachsenen Frau, sowie die tägliche Obstmenge (300g), gedeckt.

 

Braucht der menschliche Körper überhaupt Zucker?

Um es vorwegzugreifen: Nein, die Körperzellen benötigen keinen isolierten Industriezucker. Zucker ist kein Grundlebensmittel. Mittels Verdauung ist unser Körper eigenständig in der Lage aus Lebensmitteln wie Brot, Müsli oder Kartoffeln die langkettigen Zuckerverbindungen (Stärke, Saccharose) in die kurzkettige Glucose (Traubenzucker) und/ oder Fructose (Fruchtzucker) umzuwandeln.

Dies hat den Vorteil, dass der Blutzuckerspiegel längerfristig konstant gehalten werden kann. Gerade bei Soft Drinks oder anderen Süßspeisen lässt der enthaltene Industriezucker den Blutzucker in die Höhe schießen. Hierbei spricht man auch vom sogenannten, Glykämischen Index.
 

Glykämischer Index – Messeinheit von Zuckerarten auf den Anstieg des Blutzuckerspiegels

Diabetiker müssen ganz genau auf die zugenommene Zuckermenge achten. So werden bei vielen Lebensmitteln die sogenannten BE, Sprich `Broteinheiten´ angegeben, damit das Insulin entsprechend nachdossiert werden kann.

 

Was sagt der glykämische Index aus?

Dieser gilt als Maßstab für die direkte Wirkung eines Zuckers auf den Blutzuckerspiegel. Die Bestimmung von Süßungsmitteln wird anhand von drei Kriterien definiert:

  1. Die Menge der enthaltenen Kohlenhydrate
  2. Die Art der enthaltenen Kohlenhydrate
  3. Das Vorhandensein etwaiger, anderer Substanzen (z.B. Ballaststoffe verlangsamen die Zuckerresorbtion)

Wie wir bereits gelernt haben, benötigt unser Gehirn Glucuose. Diese hat einen glykämischen Index (GI) von 100, nimmt also den maximalen Wert ein. Fructose besitzt einen GI von 25. Haushalts – bzw. Industriezucker hat in der Regel einen GI von 65, da er eine Mischung aus Glucose und Fructose darstellt. Erstrebenswert sind Lebensmittel mit einem glykämischen Index kleiner als 50.
Dies entlastet die Bauchspeicheldrüse und führt längerfristig zu einem konstanten Blutzuckerspiegel.

Doch Vorsicht – auch in Obst ist viel Fructose enthalten. Diese kann nur begrenzt verstoffwechselt werden. Zu viel Fructose wird durch die Leber in Körperfett umgewandelt.

 

Vergleich Zuckerarten und glykämischer Index

In der folgenden Tabelle zeige ich Dir einen Ausschnitt mit Zuckerarten und ihrem glykämischen Index.

Zuckerart glykämischer Index (GI)
Haushaltszucker 65
Brauner Zucker 65
Vollrohrzucker 35
Kokosblütenzucker 30
Fructose 25
Reissirup 98
Agavendicksaft 15
Yakon Sirup 1
Stevia 0
Xylito 0

 

 

Hier ist noch einmal deutlich die Gemeinsamkeit von Haushaltszucker und braunem Zucker erkennbar: Obwohl der braune Zucker gemeinhin als

`gesünder´ angesehen wird, hat dieser denselben glykämischen Index, wie herkömmlicher Zucker. Der Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen

ist als marginal einzustufen.  Tatsächlich geringere, glykämische Indizes weisen Vollrohrzucker, Kokosblütenzucker und Fructose auf. Die Spitzenreiter sind Agavendicksaft, Yakon Sirup, sowie die Süßstoffe Stevia und Xylitol. Interessanterweise durften Steviosid bis vor wenigen Jahren ausschließlich als Badezusatz vermarktet werden, da es innerhalb der EU nicht als Zutat für Lebensmittel zugelassen wurde. Im Rest der Welt hat dies jedoch einwandfrei funktioniert. Wie eingangs erwähnt,ist die Zuckerindustrie ein Milliardengeschäft. Die EU als einer der Hauptabnehmer der weltweiten Zuckerproduktion stellt daher selbstverständlich einen äußerst lukrativen Markt für die Zuckerlobby dar.

 


Die Zuckerlobby - ein Milliardengeschäft

 

Wer sich hinter diesen anonymen Personen verbirgt, lässt sich unschwer erahnen:

  • Agrarkonzerne
  • Politiker
  • großindustrielle Lebensmittelfabrikanten und
  • Lobbyisten

 

Inwiefern ist dies kritisch zu betrachten? Ganz einfach, weil wir einer handvoll Personen die Verantwortung für unsere Gesundheit

anvertrauen. In der aktuellen Legislaturperiode (2019-2024) sitzen 705 Beamte in Brüssel, welcher über Wohlergehen und Leiden

von über 700 Millionen Europäern entscheiden. Diese hier verabschiedeten Gesetze gelten als Richtlinie für Gesetze in Landesrecht.

Und ebendiese Politiker hielten es sehr lange Zeit für nicht angemessen, Stevia als Zuckerersatz in der EU zuzulassen.

Mittlerweile hat sich Brüssel als Hochburg von Lobbyisten herauskristallisiert. Wurden 2008 in der Eu reichlch 300 Lobbyverbände gezählt, so

stieg diese Zahl bis 2018 auf über 12.000 an. Mit erreichen dieser Grenze  wurde sogar Washington als Spitzenreiter der internationalen Lobbyarbeit

abgelöst!*

Zwischenfazit: auf jeden Eu-Parlamentarier kommen rechnerisch über 15 Lobbyisten. Ziemlich viele Freunde, um ein Bierchen trinken zu gehen.

 


Nun fragst du dich vielleicht - was hat das nun alles mit dem zentralen Thema Zucker zu tun?

Ganz einfach - in immer mehr Lebensmitteln wird Industriezucker zum Zwecke der Kostensenkung versteckt.
 

In welchen Lebensmitteln wird Zucker zur Gewinnmaximierung versteckt?

Jährlich werden über 165 Millionen Tonnen Zucker verzehrt. Für die Lebensmittelindustrie ist Zucker ein wahrer Alleskönner.

Mittels Kostensenkung bewirkt er höhere Gewinne. So ist es nicht verwunderlich, dass mittlerweile auch in Lebensmitteln wie

  • Smoothies,
  • Fruchtsäften,
  • Ketchup,
  • Müsli,
  • Wurstprodukten oder
  • Light-Produkten
    jede Menge Zucker enthalten ist.

Mit Slogans wie "fitness" oder "light" findet eine wahre Verbrauchertäuschung statt. Denn in Wirklichkeit wird bei soggenannten `Light-Produkten` zumeist das enthaltene Fett durch Zucker ersetzt. Oder aber es wird Zucker unter Synonymen ausdeklariert. Siehe hierzu der Abschnitt "Bezeichnungen für Zucker".

Kommen Zuckeraustauschstoffe wie Aspartam oder Stevia ins Spiel, so signalisiert der süße Geschmack dem Gehirn, dass "Zucker geliefert wird".

Dem ist jedoch nicht so. Dennoch wird der Bauchspeicheldrüse der Befehl zur Insulinausschüttung signalisiert.

Eine Achterbahnfahrt des Blutzuckerspiegels ist die Folge, welche laut Studien nicht selten zu noch mehr Hunger führt.

 

Der Pro-Kopf-Zuckerverbrauch in Deutschland (2018)

 

Laut Statista online verzehrte der Durchschnittsdeutsche in den Jahren 2018/2019 über 34 Kilogramm Zucker.

Dies entspricht einer Energiemenge von über 136.000 Kcal. Oder 571.200 Kilojoule.

Zum Vergleich: eine erwachsene Frau hat einen Tagesenergiebedarf von 1.900 Kcal.

Soll heißen, dass die Energie aus Industriezucker den Jahresenergiebedarf einer Frau zu fast 20 Prozent deckt.

Wohlbemerkt: Diese Berechnung stellt deinen Durchschnittswert dar. Dieser erfasst nicht den viel geringern Energiebedarf

von Kindern und alten Menschen.

Der europäische Lebensmittelmarkt verfügt im Jahr 2020 über ein Volumen von über 1,5 Milliarden Euro. Kein Wunder also, dass 

es sich hier lohnt Lobbyarbeit groß zu schreiben. Mit der einfachen BWL-Formel lässt sich die Perversion ausdrücken.

Umsatz - Kosten = Gewinn

Senke ich meine Kosten durch den Einsatz von billigstem Industriezucker, so kann ich mehr Gewinne erwirtschaften.

Oder mein Produkt preiswerter als die Konkurrenz anbieten. Dies jedoch nur am Rande, da es sonst den Gürtel, äh den Rahmen dieses Beitrages sprengen würde.

 

Im folgenden Blog-Beitrag werde ich Dir die historische Entwicklung von der Zartbitterschokolade zur Vollmilchschokolade aufzeigen.

 

 

Wer stellt sich der Zuckerlobby entgegen?

Die Antwort lautet: Foodwatch

Seit Jahren kämpft der genannte Verein für die Einführung einer Ampelkennzeichnung auf Lebensmitteln.

Diese soll dem Verbraucher eindeutig kennzeichen, in welchen Lebensmitteln wie viel Zucker enthalten ist. Der Zuckerindustrie schmeckt dies jedoch überhaupt nicht.

Und so wehrt sie sich - strampelnd wie ein Kleinkind - gegen die Transparenz.

Aber ich bin mir ganz sicher - immer mehr Menschen wachen auf und durchschauen die Lügen und Machenschaften.

 

Unsere Produkte von Algenheld sind entweder von Natur aus zuckerfrei oder kommen mit einem Minimum an naturbelassenem Rohzucker aus.

So beinhaltet unsere Algenschokolade über 70% Kakaogehalt, 23,1 g Zucker und satte 16,9g Eiweiß.

Vergleichbare Zartbitterschokoladen haben bis zu 30 Gramm Zuckergehalt und liegen im Durchschnitt bei 8g Eiweiß je 100g.

Schau doch gern mal in unserem Shop vorbei. Für Rückfragen stehen wir Dir jederzeit gern zur Verfügung. :)
 

 

Fazit: Wer naturbelassene Lebensmittel isst, ist auf der sicheren Seite keinen versteckten Zucker zu verzehren.

Das Wichtigste ist, dass Zucker nicht generell verteufelt wird. Denn: die Menge macht das Gift.

Die Zuckerquelle ist wichtiger, als die reine Zuckermenge. Hinzu kommen Einflussfaktoren wie

Alter, körperliche Betätigung und Geschlecht.

Wer in Maßen, statt in Massen nascht, muss in der Regel keine Gedanken zwecks Übergewicht anstellen. 

 

* Quelle: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/schneller-schlau/lobbyismus-wer-ist-die-groesste-lobby-macht-in-bruessel-16328984.html; abgerufen am 23.07.2020

Menu