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Gegendarstellung zu "Algen sind notorische Giftsammler"

Gegendarstellung zu "Algen sind notorische Giftsammler"

Gegendarstellung zum Artikel „Algen sind notorische Giftsammler“

Vor einiger Zeit erreichte uns ein Artikel, der Algen als „notorische Giftsammler“ bezeichnet. Wir wollen deshalb diesen Blogeintrag dazu nutzen, uns mit den in diesem Artikel getätigten Aussagen auseinanderzusetzen und um eine Gegendarstellung zu entwerfen. Denn aus unserer Sicht sind einige der in diesem Artikel genannten Faktoren unzureichend erklärt und dargestellt. Darüber hinaus ist die Quellenauswahl dieses Artikels als fragwürdig einzustufen. 

Grundsätzlich stimmt es, dass Algen (und somit auch Spirulina) die Eigenschaft aufweisen, verschiedene Stoffe aufzunehmen und sie anschließend einbehalten oder weiterverarbeiten (Quelle: Habib et al. 2008). An dieser Stelle ist es jedoch wichtig zu unterscheiden, welchen Zweck der Einsatz von Algen zunächst erfüllen soll und außerdem unter welchen Umständen sie angebaut und kultiviert werden. Udo Pollmer schreibt: „Wer das Zeug (Anmerkung: die Algen) schluckt, entgiftet seinen Body wohl kaum – im Gegenteil, er muss vielmehr damit rechnen, dass er sich eine Extraportion Schadstoffe zuführt.“ Hierzu lässt sich zunächst festhalten, dass die Aussage, dass „das Zeug“, also „die Algen“ generell schadstoffverseucht wären und eine Einnahme von Algen, egal welcher Art und welcher Herkunft, immer mit Gefahren verbunden sei, so nichtzutreffend ist.

Die Herkunft der Alge als wichtiges Qualitätsmerkmal

Hier kommt es ganz klar auf die Herkunft und auf die Art und Weise des Anbaus der Alge an. Bezieht und konsumiert man seine Algen aus einem Anbaugebiet oder einer Anlage, von welcher nicht sichergestellt werden kann, dass die Alge während der Kultivierung nicht mit Schadstoffen in Berührung kommt, steigt das Risiko, mit Konsum dieser jeweiligen Algen auch selbst Schadstoffe aufzunehmen. Dies kann dann der Fall sein, wenn die Alge, die man zu sich nimmt, bspw. aus einem hawaiianischen Anbaugebiet stammt, da hier die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass Algen aufgrund des Reaktorunglücks in Fukushima strahlenverseucht sind. Ein anderes Beispiel sind Algen, die aus einer Anbauregion stammen, in deren Nähe noch andere Lebensmittel unter der Zugabe von Dünger produziert werden, wodurch es zu einer Kontamination der angebauten Algen mit dem eingesetzten Dünger umliegender Felder kommen kann. In beiden Fällen ist die Gefahr groß, dass nach Einnahme der Alge ein Unwohlsein entsteht, was ein Indiz für die mangelhafte (da häufig schadstoffbelastete) Qualität der Alge ist.

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Darüber hinaus ist die eigentliche Wahrnehmung der Alge als „Giftsammler“ schon von einer Fehleinschätzung geprägt. Die Eigenschaft von Algen, etwaige Giftstoffe aufzunehmen und diese entweder einzubehalten oder gar weiterzuverarbeiten ist nämlich alles andere als ein Nachteil bzw. ein K.-o.-Kriterium für die Verwendung von Algen. Die Eigenschaft der Alge, Giftstoffe aufzunehmen ist es nämlich (neben vielen anderen Vorteilen natürlich auch), welche die Alge für den Verzehr durch den Menschen so attraktiv macht und weswegen wir von Algenheld die Einnahme von Algen empfehlen. Ist die Alge von einer hohen Qualität und wurde während der Kultivierung nicht bereits mit anderen Giftstoffen kontaminiert, bindet sie im Körper befindliche Giftstoffe (die bspw. durch die Einnahme anderer Lebensmittel zu sich genommen wurden) und leitet diese aus. Für den Menschen hat die Funktion zur Aufnahme von Giftstoffen als Möglichkeit zur Entgiftung also auch Vorteile, die richtige Qualität der Alge vorausgesetzt.

Wir halten es daher für unangemessen, Algen aufgrund einer eigentlich vorteilhaften Eigenschaft per se als schlecht abzutun. Vielmehr gilt es an dieser Stelle den Fokus auf die Qualität und den Anbau der Alge zu legen und etwaige Kritik an die Anbau- und Verarbeitungsmethoden zu stellen als an die Alge selbst. So lässt sich Hysterie vermeiden und der Fokus auf das legen, was eigentlich wichtig ist.

 

Was hat es mit unseren Algen auf sich?

Was tun wir als Algenhelden aber letztlich um eine hohe Qualität unserer Algen zu gewährleisten? Die Qualität unserer Spirulina-Alge, wurde in einem mehrmonatigen Prozess von mir persönlich ausgewählt.

Gründer Algenheld Richard Kuntzsch Qualität

Aus einem Pool von über 15 Algenfarmen wurde der Hersteller ausgewählt, dessen Algen nicht nur die beste Farbe, Geruch und Geschmack aufweisen konnten, sondern bei denen eine Belastung von Giftstoffen oder eine Überbelastung mit einzelnen Inhaltsstoffen ausgeschlossen werden konnte. Dafür habe ich Proben verschiedener Chargen von einem deutschen Lebensmittellabor analysieren lassen und mich letztlich für den Hersteller mit den besten Werten entschieden. Darüber hinaus ist die Algenfarm, deren Algen wir verwenden, Naturland-zertifiziert. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass es nicht zu einer Vermischung von Bio- und konventionellem landwirtschaftlichen und aquakulturellem Anbau (und somit zu einem Einsatz von Dünger) kommt.

PS: Nicht nur für den Menschen besitzt die Verwendung von Algen Vorteile, sondern auch für die Natur. So verfügt Spirulina auch über eine reinigende Wirkung in der Natur und kann dazu dienlich sein, verschmutztes Wasser aufzuarbeiten und zu reinigen. In einem 2018 durchgeführten Experiment wurde Spirulina in ein mit Dauergiften (auch als persistente organische Schadstoffe oder persistent organic pollutants (POP) bekannt) versetztes Wasserbecken gegeben und dort über 15 Tage lang beobachtet. Es stellte sich heraus, dass während dieser Zeit, die hinzugegebene Spirulina über 70% der Gifte aufnahm und gleichzeitig über 35% der Giftstoffbiomasse reduzierte. Dieses Experiment zeigt, dass Spirulina effektiv dazu beitragen kann, verschmutzte Gewässer zu reinigen indem es Giftstoffe aufnimmt und minimiert. In Anbetracht der Ernsthaftigkeit der Umweltverschmutzung, bspw. durch die chemische Industrie, keine schlechte Sache also. (Quelle: Kurashvili et al. 2018).

 

Literaturverzeichnis

Habib, M. Ahsan B.; Parvin, Mashuda; Huntington, Tim C.; Hasan, Mohammad R. (2008): A review on culture, production and use of Spirulina as food for humans and feeds for domestic animals and fish No. 1034.

Kurashvili, M.; Varazi, T.; Khatisashvili, G.; Gigolashvili, G.; Adamia, G.; Pruidze, M. et al. (2018): Blue-green alga Spirulina as a tool against water pollution by 1,1'-(2,2,2-trichloroethane-1,1-diyl)bis(4-chlorobenzene) (DDT). In: Annals of Agrarian Science 16 (4), S. 405–409. DOI: 10.1016/j.aasci.2018.07.005.

 

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